Seminare und Schulungen für Betriebsräte 2019

Mit unseren sechs Seminaren im Jahre 2019 wollen wir erforderliche Rechtskenntnisse (§ 37 Abs. 6 BetrVG) vermitteln und insbesondere durch den Erfahrungsaustausch sicherstellen, dass die Seminarinhalte einen intensiven Bezug zur betrieblichen Wirklichkeit haben.

Betriebliche Schulungen
Bei Bedarf können auch kurzfristig Schulungen für einzelne Betriebsratsgremien zu aktuellen betrieblichen Fragen und Problemen organisiert und betriebsnah durchgeführt werden:
In solchen Veranstaltungen steht man nicht unter dem Druck der zu bewältigenden Alltagsarbeit in einer Betriebsratssitzung. Es besteht die Möglichkeit, wichtige Fragen in Ruhe und vertieft anzugehen, um mit dem gesamten Betriebsrat Lösungsstrategien zu entwickeln.

Die Schulungen können im Betrieb oder aber auch außerhalb – z. B. in unserem Schulungsraum – stattfinden.

1. Rechtliche Möglichkeiten des Betriebsrats bei „zu dünner“ Personaldecke

  • Wie kann das Mitbestimmungsrecht bei der Lage der Arbeitszeit und Mehrarbeit beschäftigungswirksam eingesetzt werden? 
  • Wie geht der Betriebsrat praktisch mit seinem Vorschlagsrecht nach § 92 a BetrVG (Beschäftigungssicherung/Beschäftigungsförderung) um?
  • Welche konkreten Möglichkeiten bietet die Mitbestimmung beim Gesundheitsschutz (§ 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG)?

Termin: 10. April 2019

2. Betriebsrat und Vergütung

    • Mitbestimmung bei der Lohngestaltung (§ 87 Abs. 1 Nr. 10 und 11 BetrVG) in Betrieben mit bzw. in Betrieben ohne Tarifbindung
    • Überwachung der Einhaltung der betrieblichen Eingruppierungsordnung (insbesondere Kontrolle gemäß § 99 BetrVG)
    • Mitbestimmung bei Sonderzahlungen (Zulagen, Einmalzahlungen usw.)
    • Informationsansprüche des Betriebsrats nach § 80 Abs. 2 Satz 1 sowie Einblicksrecht in die Bruttolohn- und Gehaltslisten nach § 80 Abs. 2 Satz 2; Vorlage von Zielvereinbarungen

    Termin: 15. Mai 2019

    3. Die Rolle des Betriebsrats im betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM)

      • Ablauf und Zielsetzung des BEM
      • Welche Mitbestimmungsrechte hat der Betriebsrat und wie kann er ArbeitnehmerInnen im BEM unterstützen, eine (leidensgerechte) Weiterbeschäftigungsmöglichkeit aufzufinden?
      • Möglichkeiten und Grenzen einer Betriebsvereinbarung zum BEM
      • Bedeutung des (nicht durchgeführten) BEM für die Wirksamkeit von krankheitsbedingten Kündigungen sowie für den Anspruch auf leidensgerechte Beschäftigung
      • Wer unterstützt wann? Leistungen der Reha-Träger, Integrationsämter, Integrationsfachdienste etc.

      Termin: 03. Juli 2019

      4. Ausgewählte Fragen zum Mitbestimmungsrecht bei der Lage und Verteilung der Arbeitszeit sowie ihrer Verlängerung (Überstunden)

      • Fragen flexibler Arbeitszeitgestaltung und Arbeitszeiterfassung
      • gesetzliche und betriebsverfassungsrechtliche Grenzen einer sog. Vertrauensarbeitszeit
      • ausgewählte Fragen der Dienstplangestaltung (z. B.: „Rufen aus dem frei“)
      • Inwieweit stehen Freiwilligkeit und individuelle Absprachen dem Mitbestimmungsrecht entgegen?
      • Bereitschaft zur Ableistung von Überstunden und pauschale Überstundenabgeltung
      • Reisezeiten als Arbeitszeit - Konsequenzen der aktuellen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts

      Termin: 25. September 2019

      5. Der Betriebsrat als Interessenvertreter einzelner Arbeitnehmer

      • Betriebsrat und Personalgespräche (§ 82 Abs. 1 BetrVG)
      • Erläuterung der Gehaltszusammensetzung unter Beteiligung des Betriebsrats (§ 82 Abs. 2 BetrVG)
      • Betriebsrat und Personalaktenführung (§ 83 BetrVG)
      • Beschwerderecht des Arbeitnehmers und Zuständigkeit der Einigungsstelle (§ 85 BetrVG)
      • Bedeutung und Möglichkeiten der sog. Überlastungsanzeige
      • Mitbestimmung bei der Urlaubsgewährung für einzelne Arbeitnehmer

      Termin: 30. Oktober 2019

      6. Aktuelle Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts und anderer Arbeitsgerichte zu betriebsverfassungsrechtlichen, tarifrechtlichen und individualrechtlichen Fragen, die für die Betriebsratsarbeit von Bedeutung sind

      Termin: 20. November 2019

      Anmerkungen zu den Seminaren

      Die Kostentragung
      Es handelt sich um Seminare, die für die Arbeit des Betriebsrates erforderlich sind. Daher trägt der Arbeitgeber für die Teilnahme gemäß § 37 Abs. 6 BetrVG die Kosten. Die Teilnahme eines oder mehrerer Betriebsratsmitglieder bedarf eines ordnungsgemäßen Beschlusses, der vom Betriebsrat in einer Betriebsratssitzung gefasst werden muss.

      Die Teilnehmer
      Die Seminare wenden sich an neue Betriebsratsmitglieder ebenso wie an solche, die ihr Amt bereits länger ausüben:
      Bei Seminaren, die sich eng auf bestimmte Themen beziehen, bedarf es keiner Unterscheidung zwischen “Anfängern” und “Fortgeschrittenen”. Ebenso ist der Erfahrungsaustausch ein wichtiger Aspekt der Schulungsarbeit.

      Die Zahl der Teilnehmer soll 15 nicht überschreiten. Eine weitere Intensivierung wird erreicht, wenn die Betriebsräte durch Beschluss möglichst mehrere Mitglieder zum Seminar entsenden. Dies vereinfacht die praktische Umsetzung gewonnener Erkenntnisse.

      Das Schulungsziel
      Betriebsräte sollen befähigt werden, in ihrem Betrieb gestaltend mitzuwirken – obwohl manchmal mehr als bloße Verhinderung des Schlimmeren kaum möglich ist. Wichtig ist neben der Wissensvermittlung vor allem die Unterstützung der praktischen Betriebsratsarbeit. Selbstverständlich beziehen alle Schulungen die jeweils aktuelle Rechtsprechung der Arbeitsgerichte ein.

      Nicht “viel wissen” und “wenig umsetzen”, sondern praxisbezogenes Wissen wird angestrebt.

      Die Referenten
      Die inhaltliche Vorbereitung und Durchführung leisten Herr Rechtsanwalt Dietrich Manstetten (Fachanwalt für Arbeitsrecht), Herr Rechtsanwalt Klaus Kettner (Fachanwalt für Arbeits- und Sozialrecht), Frau Rechtsanwältin Veronica Bundschuh (Fachanwältin für Arbeitsrecht) und Herr Rechtsanwalt Marius Schaefer (Fachanwalt für Arbeitsrecht). An jedem Seminar wird ein erfahrenes Betriebsratsmitglied unterstützend teilnehmen.

      Ort der Seminare
      Die Seminare finden im Seminarraum der Anwaltskanzlei Meisterernst, Düsing, Manstetten, Oststr.2, 48145 Münster, statt. Sie beginnen jeweils um 9.00 Uhr.

      Die Gebühren
      In der erhobenen Gebühr von 270,-- € zuzüglich Mehrwertsteuer je Teilnehmer sind Verpflegung und Teilnehmerunterlagen bereits eingeschlossen. Die Rechnung (sowie eine Teilnahmebestätigung) erhält der Betriebsrat nach dem Seminar mit der Bitte um Weiterleitung an den Arbeitgeber.

      Meisterernst Düsing Manstetten
      Partnerschaft von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten mbB
      Notarin

      Oststr. 2, 48145 Münster

      Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unser Büro:
      Telefon (0251) 52091-16
      Fax (0251) 52091-52
      E-Mail: manstetten[at]meisterernst.de
      www.meisterernst.de


      Ein Anmeldeformular für die Seminare finden Sie hier.